Stimmen aus der besetzten Kirche (3)

Vor der Demonstration und dem Umzug in die Kirche St. Jakob geben sich die BesetzerInnen der Predigerkirche in Zürich noch immer kämpferisch. Der Druck seitens der Medien und der Kirche nehmen derweil stetig zu und Rufe nach dem Abzug der Flüchtlinge werden lauter.

Im Kurzfilm sprechen drei Migranten aus Guinea-Bissau, Iran und Irak sowie eine Aktivistin des lokalen Bleiberecht-Kollektivs über die gegenwärtige Lage und Probleme und geben einen Einblick in ihre kollektiven Organisationsmechanismen.

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Demonstration “Bleiberecht jetzt! Das Recht auf Hoffnung zurück!” am 3.1.

Bleiberecht jetzt! Das Recht auf Hoffnung zurück!

Demo - Das Recht auf Hoffnung zurück!

Bleiberecht Jetzt! Das Recht auf Hoffnung zurück!

Flyer_deutsch

Samstag 3. Januar 2009, 13.30 Uhr Predigerplatz (Niederdorf), Zürich

Ein Jahr intensiver politischer Arbeit und zwei Wochen Kirchenbesetzung haben die Situation der Sans-Papiers in Zürich nicht verbessern können . Deshalb tragen wir den Kampf um unsere Würde auf die Strassen und appellieren an die Solidarität all jener Menschen, die wie wir auf eine Perspektive, auf eine zukunftsmöglichkeit angewiesen sind, und unsere Situation daher auch nicht ertragen würden.

Wir fordern das Recht auf Hoffnung zurück, wir fordern, hier in der Schweiz aus eigener Kraft ein Zukunft aufbauen zu dürfen, wir fordern eine Regularisierung aller Sans-Papiers in der Schweiz!

Demozeitung herunterladen (pdf)

Lesung am Abend

Anschliessend an die Demonstration um 18 Uhr findet in der Predigerkirche eine sehr spannende Veranstaltung statt. Vier SchauspielerInnen, Nicole Knuth, Suna Baldinger, Helmut Vogel und Martin Hamburger, werden aus den „Flüchtlingsgesprächen“ von Berthold Brecht vorlesen. Brecht hat die “Flüchtlingsgespräche” in den frühen 1940er Jahren im Exil (Finland und den USA) geschrieben. Das Stück handelt vom Alltag der aus Deutschland Vertriebenen. Die Flüchtlinge unterhalten sich über die Situation in der Fremde, aber auch über die faschistische Herrschaft in der Heimat. In den Problemen der Flüchtlinge zu Brechts Zeiten erkennen wir Sans Papiers uns im 2009 wieder. Das Stück hat an Brisanz nichts eingebüsst.

Video: Stimmen aus der besetzten Kirche (2)

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Veranstaltungen, Silvester, Demo am 3. Januar

essenAuch am 12. Tag ist die Stimmung in der von Sans-Papiers besetzten Predigerkirche nach wie vor gut. Hier das vorläufige Programm für die nächsten Tage:

Dienstag, 30. Dezember

18:00 Uhr: Vollversammlung
20:00 Uhr: Veranstaltung mit Graziella de Coulon und dem Lausanner Kollektiv

Mittwoch, 31. Dezember

ab 20:00 Uhr: Silvester-Apero und Musik

Samstag, 3. Januar

Demonstration “Bleiberecht für alle – Das Recht auf Hoffnung zurück!”. (Besammlung um 13:30 Uhr Zähringerplatz)

Solidaritätserklärung von PolitikerInnen aus SP, Grünen, CSP und AL

Seit dem 19. Dezember 2008 halten 150 Sans-Papiers und Mitglieder des Zürcher Bleiberecht-Kollektivs die Predigerkirche in Zürich friedlich besetzt. Sie machen damit auf die unerträgliche Situation der Sans-Papiers im Kanton Zürich aufmerksam. Allen Beteiligten gebührt ein grosser Dank für ihren Einsatz.

Wir Unterzeichneten stellen fest:

  • In unserem Kanton wird das Leben der Sans Papiers, die nicht in ihr Heimatland zurückkehren können, immer menschenunwürdiger.Das totale Arbeitsverbot und die Ausgestaltung der Nothilfe im Rahmen der verschärften Gesetzgebung drängt die Betroffenen in die Illegalität: Mit Fr. 8.50 pro Tag in Form eines Migrosgutscheins kann man hier nicht existieren.
  • Die gesetzlichen Härtefallbestimmungen für langjährig anwesende Asyl Suchende, Sans Papiers und Personen mit “erfülltem Aufenthaltszweck” (infolge von Invalidität oder Auflösung der ehelichen Gemeinschaft) finden im Kanton Zürich praktisch keine Anwendung.

Wir Unterzeichneten fordern:

  • Wer als Asyl Suchender abgewiesen wurde, aber nicht ausgeschafft werden kann, muss einen Aufenthaltsstatus erhalten, der es erlaubt, in der Schweiz legal und unter menschlich akzeptablen Bedingungen zu leben. Dazu gehört das Recht, arbeiten zu dürfen, um die eigene Existenz zu sichern. Zur Feststellung der Identität sind auch andere Dokumente als nur Reisepapiere anzuerkennen.
  • Die Schikane der wöchentlichen Zuweisung einer anderen Unterkunft für Asyl Suchende mit NEE (Nichteintretensentscheid) oder mit abgewiesenem Asylgesuch ist aufzuheben.
  • Die gesetzlichen Möglichkeiten, Bewilligungen aus humanitären Gründen zu erteilen (Härtefallbewilligungen), sind endlich im Sinne einer humanen und unbürokratischen Praxis voll auszuschöpfen.
  • Die kantonale Härtefall-Kommission, die 1999 von Regierungsrätin Rita Fuhrer abgeschafft wurde, muss wieder eingeführt und mit Antragsrecht an die Regierung ausgestattet werden.

Update 13.1.: Mittlerweile haben 125 Personen den Aufruf unterzeichnet!

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a-films: Interviews



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Veranstaltungen in der besetzten Predigerkirche

Wir Sans-Papiers aus der Predigerkirche brauchen weiterhin die Unterstützung solidarischer Menschen. Wir würden uns sehr über Deinen Besuch in der Kirche freuen!

Wir sind nun bereits seit mehr als einer Woche in der Predigerkirche und eine Beendigung der Besetzung ist in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Immer mehr Sans-Papiers kommen in die Kirche, um gemeinsam für ein Bleiberecht und ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu kämpfen. Der Zusammenhalt wird von Tag zu Tag stärker und die kämpferische Entschlossenheit der Besetzer grösser.

Unsere Forderungen an die Behörden des Kantons Zürich sind klar und wir bestehen weiterhin auf ein Gespräch mit Regierungsrat Hollenstein. Da Herr Hollenstein laut eigenen Angaben in den Ferien weilt und es bis anhin nicht für nötig hält, sich unserer Probleme anzunehmen, haben wir ein Programm für die nächsten Tage zusammengestellt, um weiter unsere Anliegen und Forderungen vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren.

Das weitere Programm in der Predigerkirche gestaltet sich wie folgt:

28. Dezember, 20 Uhr:
Gottesdienst mit Pfarrer Sieber

29. Dezember, 20 Uhr:
Informationsveranstaltung mit Graziella de Coulon (Co-Präsidentin Solidarité
sans Frontières) und dem Lausanner Sans-Papiers-Collective über die
langfristige Kirchenbesetzung in Lausanne

30. Dezember, 20 Uhr:
“NEN-NEE non-entrée en matière – Nichteintretensentscheid”
Dokumentarfilm von Charles Heller

31. Dezember, 20 Uhr:
Sylvesterapéro und Musik

Wir freuen uns auf Deinen Besuch, eine gemeinsame Tasse Tee, Begegnungen und Diskussionen.

Pfarrer Sieber folgt der Einladung der Sans-papiers in die Predigerkirche

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Solidaritätserklärung

Wir erklären uns solidarisch mit den Sans-Papiers, die in ihrem Kampf um Papiere seit dem 19. Dezember 2008 die Predigerkirche in Zürich besetzt halten. Wir verurteilen
die unmenschliche Asyl- und Migrationspolitik der Schweiz und insbesondere des Kantons Zürich. Wir fordern:

  • Die sofortige Umsetzung des Härtefallartikels
  • Die Abschaffung des Arbeitsverbots

Kein Mensch ist illegal! Papiere für alle!

(Die Solidaritätserklärung konnte auf der alten Bleiberecht-Homepage online unterzeichnet werden.)

Weitere Solidaritätserklärungen:

SP, Grüne, CSP, AL

Fachgruppe Asyl- und Migrationsrecht

Gewerkschaftbund des Kantons Zürich (pdf)

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Eine Woche Kirchenbesetzung – Vollversammlung heute 16.00

Nach einer Woche ist die Stimmung in der von Sans-Papiers besetzten Predigerkirche nach wie vor kämpferisch. Heute (26.12.) um 16.00 Uhr findet die nächste grosse Vollversammlung statt – alle solidarischen Menschen sind herzlich eingeladen! Auch in den nächsten Tagen werden immer wieder Veranstaltungen und Versammlungen stattfinden, Besuch ist jederzeit willkommen!

Auf der neuen Seite “Stimmen der Sans-Papiers” werden wir fortlaufend Kurzportraits und Geschichten der Sans-Papiers aus der Predigerkirche veröffentlichen.