Besammlung um 14:00 Uhr im Flüchtlingscafé, Militärstrasse 87b, Zürich (Bringt Lärminstrumente, Trillerpfeiffen und gute Laune mit!!!)
Wie die Geschichte gezeigt hat, hasst niemand seinen Geburtsort und niemand verbringt sein Leben in einem anderen Land – weit weg von seinen Geschwistern – ausser es herrscht eine tödliche Situation vor, die ihn
dazu zwingt seinen Geburtsort zu verlassen. Tatsache ist, dass Menschen ihre Ursprungsländer verlassen, weil dort Menscherechte mit Füssen getreten werden, aussergerichtliche Exekutionen stattfinden und
Diktatoren an der Macht sind. Aber auch Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung können Gründe sein, warum sich Menschen aufmachen um Sicherheit zu finden, zumindest bis sich die Bedingungen in ihrem
Land verbessert haben. Aus diesem Grund kamen wir in die Schweiz, weil wir Sicherheit brauchen. Man sagt, die Schweiz sei ein Land mit einem guten Ruf, was die Menschenrechte anbelangt, ein Rechtsstaat, wo man
nicht einfach so umgebracht, oder ohne Grund lebenslang ins Gefängnis gesteckt wird.
(Fortsetzung / English below)
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Trotz des schlechten Wetters demonstrierten am 13. September in Bern gegen 3′000 Personen verschiedenster Nationalitäten, mit und ohne legalen Aufenthaltsstatus für das Bleiberecht für alle! Die gesamtschweizerische Demonstration wurde durch die Bleiberechtkollektive aus Zürich, Bern, Freiburg und Waadt organisiert. Der Aufruf wurde von vielen Gruppen und Organisationen unterstützt.
Der bunte Demozug führte von der Schützenmatte über den Breitschplatz und endete auf dem Waisenhausplatz. Auf der Strecke sprachen zahlreiche Flüchtlinge und Sans-Papiers über die Misstände mit denen sie täglich leben müssen. Weiter spielte vor der Marienkirche eine deutsche Theatergruppe und sangen die Rapperin Stef de la Chef, die Politjodlerin Momo.
Bleiberecht für alle! lehnt sich gegen die utilitarische und fremdenfeinlichen Asyl- und Ausländergesetze auf, denn die aktuelle Migrationspolitik schafft laufend neue Probleme, statt welche zu lösen. Abgewiesene Asylsuchende und solche, auf deren Gesuch nicht eingetreten wurde, dürfen in der Schweiz nicht arbeiten und wohnen in Notunterkünften mit minimaler Nothilfe. Menschen mit vorläufiger Aufnahme leben in einem Dauerprovisorium mit geringen Chancen auf Arbeit, Wohnung oder eine Lehrstelle. Sans-Papiers führen ein Schattendasein ohne Rechtsschutz. Sie alle leben mit der ständigen Furcht ausgeschafft zu werden.
In diesem Sinne standen an der Demo vier Forderungen im Vordergrund:
- die kollektive Regularisierung
- ein sofortiger Ausschaffungsstopp
- die sofortige Umsetzung des Härtefallartikels
- das Recht auf Familienzusammenführung
Anlässlich der Ausstellung “Gefangene Kunst”, die noch bis Ende September im Zähringer besucht werden kann, veröffentlichen wir hier drei wahre Geschichten von Menschen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Schweiz kamen.
Ayo*, 27, aus Afrika
Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist Ayo in der Hauptstadt seines Landes. Mit 20 hat er die Schule abgeschlossen, hat eine Kurzausbildung als Mechaniker absolviert – ein Zertifikat erhalten. Doch in seiner Stadt eine Anstellung zu finden ist fast so schwierig wie Schweizergardist im Vatikan zu werden. Ayo beginnt, zusammen mit seiner Mutter, ein eigenes Business: Sie verkaufen Gemüse auf dem Markt, eine ganze Familie muss versorgt werden. Es geht, irgendwie. Weil Ayo gerne Sport macht, rennt, geht er in einen kleinen Sportklub in seiner Gegend. Er ist gut, wird von anderen Sportklubs eingeladen, könnte an verschiedene Rennen gehen. Doch Ayo kann nicht, weil das Geld fehlt. Dann, es ist Juli 2006, bekommt er eine Einladung, an einem Sportevent in der Schweiz, Zermatt, mitzumachen… Ayo weiss, dass er da hin will, muss. Irgendwie. Schon seit langem ist es ein Traum von ihm, in die Schweiz zu reisen, vielleicht ein neues Leben zu beginnen. Er sammelt Geld, bei Verwandten, Freunden. Sie geben es ihm, er wird es zurückbezahlen.
Ayo fliegt in die Schweiz. Er rennt in Zermatt. Und weil er Hoffnung hat in seinem Herzen und Träume, steigt er nicht wieder ins Flugzeug zurück in sein Heimatland.
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Rechtzeitig zur gesamtschweizerischen Demonstration vom 13. September in Bern erscheint die dritte Ausgabe unserer Zeitung “bleiberecht.ch”. Unter anderem mit folgenden Themen:
Aktionen: Widerstand gegen die menschenverachtende Asylpolitik in Lausanne, Fribourg und Zürich.
- Ausschaffungshaft: Wie Unschuldige im Ausschaffungsgefängnis zermürbt werden. Und wie sie sich durch Kunst am Leben erhalten.
- Bleiberecht: Wie in Holland ein Bleiberecht erkämpft wurde – und weshalb sich der Kampf auch in der Schweiz lohnt.
- F-Status: Weshalb die “vorläufige Aufnahme” Somalis zu einem Leben im Dauerprovisorium zwingt.
- Zwangsgestört? Eine psychiatrische Untersuchung der schweizerischen Mitgrationspolitik.
Zeitung online lesen (pdf, 2.5 MB)
Die gedruckte Zeitung kann gratis bestellt werden. Ein Mail an alle@bleiberecht.ch genügt (Postadresse nicht vergessen)!
Mi, 10. September ’08
19:30 Uhr
Forum Kirchbühl
Kirchbühlstr. 40 Stäfa

Die Kampagne «Bleiberecht für alle» kämpft für eine gesicherte Niederlassung
für Flüchtlinge, die schon lange in der Schweiz leben. Sie möchte
Perspektiven schaffen und fordert Alternativen zu Diskriminierung und
Ausgrenzung und das Recht auf ein würdevolles Leben.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Stäfa.
- Redebeiträge von der Menschenrechtsorganisationaugenauf (zh), Mitgliedern derBleiberecht-Kampagne und Pfr. Rolf Kühni.
- Erfahrungsberichte aus dem Alltag von Menschen, die von der Asylpolitik betroffen sind.
- Kurzer Film über die Aktionen der Bleiberechts-Kampagne. Buffet mit Köstlichkeiten aus aller Welt, zum verweilen und austauschen.

Flyer downloaden (pdf)

Am 13. September findet in Bern eine gesamtschweizerische Demonstration für ein kollektives Bleiberecht statt. Während Sans Papiers und “gestrandete” Asylsuchende in anderen europäischen Ländern regularisiert werden oder über eine Regularisierung wenigstens diskutiert wird, findet in der Schweiz nicht einmal eine Debatte statt. Stattdessen werden unerwünschte MigrantInnen bis zu 24 Monate in Ausschaffungshaft gesetzt und schickaniert, wo es nur geht. Um das zu ändern, gehen wir am 13. September gemeinsam auf die Strasse (vgl. Demo-Aufruf weiter unten auf der Seite).
Damit möglichst viele Flüchtlinge und Sans Papiers ohne Geld und Halbtax an dieser Kundgebung teilnehmen können, organisiert das Bleiberecht-Kollektiv Reisecars von Zürich nach Bern und zurück. Damit wir dies finanziell bewerkstelligen können, sind wir dringend auf solidarische MitfahrerInnen angewiesen!
Tickets können im Flüchtlingscafe gekauft oder per Mail an alle@bleiberecht.ch reserviert werden. Die Reise kostet für Nicht-Flüchtlinge Fr. 50.- bzw. Fr. 30.- für schlecht Verdienende (Ein Zugbillet kostet mit Halbtax Fr 46.- …). Treffpunkt ist am 13. September um 11.00 Uhr beim Car-Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof. Auf nach Bern!

Seit der Besetzung des Grossmünsters Ende 2007 hat die Bewegung für ein kollektives Bleiberecht an Kraft gewonnen. Aber die Situation der Sans-Papiers und der Flüchtlinge in der Schweiz hat sich noch kein Bisschen verbessert. Besonders betroffen vom diskriminierenden und ausgrenzenden Asylrecht der Schweiz sind Menschen aus Somalia, denn sie werden kaum je als Flüchtlinge anerkannt. Rückschaffungen in das zerrüttete Land sind aber nicht nur aus humanitären, sondern auch aus technischen Gründen unmöglich. Somalis erhalten daher besonders oft eine vorläufige Aufnahme, den sogenannten F-Status. Praktisch bedeutet dies ein Leben in ständiger Unsicherheit mit wenig Aussicht auf einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und ihren Forderungen Nachdruck zu verschaffen, harren somalische Flüchtlinge während dreier Wochen in der Helferei des Grossmünsters aus und führen mit Unterstützung des Zürcher Bleiberechts-Kollektivs eine Veranstaltungsreihe durch.
Aktionswochen: Montag 18. August bis Samstag 6. September,
Veranstaltungen:
- Dienstag 19. August: Somalis in der Schweiz, Leben mit dem F-Status. Vortrag und Erfahrungsberichte zur Realität der vorläufigen Aufnahme. Helferei, 19.30 Uhr
- Donnerstag 21. August: Das Horn von Afrika heute: Vorträge zur Hungerkrise am Horn von Afrika (Peter Graf, HEKS) und zur politischen Situation in den Staaten Nordostafrikas (Somalische Flüchtlinge). Helferei, 19.30 Uhr
- Montag 25. August: Filmeabend zum Thema Flucht in Europa und der Schweiz. Voices of Transit & diverse Kurzfilme. Helferei, 19.30 Uhr
- Donnerstag 28. August: Gemeinsames Essen mit Gelegenheit zur Begegnung. Helferei, 19.00 Uhr
- Mittwoch 3. September: Podiumsdiskussion zum Thema “Bleiberecht, Asyl und die Rolle der Kirchgemeinden und Hilfswerke”, mit Vertretern verschiedener Schweizer Pfarreien und dem Bleiberechts-Kollektiv. Helferei, 19.30 Uhr
Flyer downloaden (pdf)
Am 23. August steigt ab 17.00 Uhr eine Grillparty für das Flüchtlingscafé im GZ Wipkingen. Grillzeug (Vegi und Fleisch), Salate und Getränke sind vorhanden, es gibt eine Kollekte zugunsten des Flüchtlingscafés. Anmeldungen an: alle (ät) bleiberecht.ch.
Flyer: Vorderseite, Rückseite (Achtung: Auf der Rückseite steht fälschlicherweise GZ Wollishofen – die Grillade findet im GZ Wipkingen statt.)
Kurdî: Demo Flyer (pdf)

Abgewiesene Asylsuchende und solche, auf deren Gesuch nicht eingetreten wurde dürfen in der Schweiz nicht arbeiten und wohnen in Notunterkünften mit minimaler Nothilfe. Menschen mit vorläufiger Aufnahme leben in einem Dauerprovisorium mit geringen Chancen auf Arbeit, Wohnung oder eine Lehrstelle. Sans-Papiers führen ein Schattendasein ohne Rechtsschutz. Sie alle leben mit der ständigen Furcht, ausgeschafft zu werden.
Wir sind nicht bereit, dies stillschweigend zu akzeptieren. Während in vielen europäischen Ländern über ein Bleiberecht debattiert wird oder es bereits umgesetzt wurde, ist es in der Schweiz nicht einmal Thema. Damit ist jetzt Schluss.
Mit der Demo am 13. September fordern wir
- eine Kollektive Regularisierung
- den sofortigen Ausschaffungs-Stopp
- die Umsetzung des Härtefall-Artikels
- das Recht auf Familienzusammenführung
Besammlung: 13.30 Uhr, Schützenmatte Bern – Infos zur kollektiven Anreise aus Zürich folgen.
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