Seit Freitag, 19.12.2008 halten rund 150 Sans-Papiers und Schweizer AktivistInnen die Predigerkirche in Zürich besetzt. Die Stimmung in der Kirche ist weiterhin sehr kämpferisch und wir freuen uns über die grosse Unterstützung, die wir von vielen Seiten bekommen.
Heute Abend um 19.30 Uhr findet in der Kirche eine Veranstaltung für die Quartierbevölkerung und Kirchgemeinde statt. Wir berichten über unsere Erfahrung im Kanton Zürich, unser Leben in den Notunterkünften und wie wir unsere Zukunft sehen. Neben Musik, einem Film und Redebeiträgen bleibt genügend Zeit für Diskussion und Begegnung.
Wir fordern von den Zürcher Behörden die humane und unbürokratische Umsetzung der gesetzlich verankerten Härtefallregelung! In anderen Kantonen hätten viele von uns bereits Papiere. Der Kanton Zürich ignoriert Härtefälle und schafft so Unrecht. Wir verlangen eine Ende der der Kriminalisierung und Inhaftierung von Sans-Papiers! Das Arbeitsverbotes muss aufgehoben werden – Arbeit statt Nothilfe!
Morgen Montag findet unsere nächste grosse Sitzung statt. Dann entscheiden wir gemeinsam über unser weiteres Vorgehen im Kampf um Papiere.
Das Sans-Papiers Kollektiv aus der Predigerkirche
P.S. Hochaufgelöste Bilder von der Aktion sind auf unserer Flickr-Seite zu finden.

Bleiberecht jetzt! Der Film zur Zürcher Kirchenbesetzung
Die Besetzung der Predigerkirche: Ein Rückblick
Stimmen der Sans-Papiers aus der Predigerkirche
Solidarische Grüsse und gutes Gelingen!
Liebe Asylsuchende, ich verstehe eure Not. Doch ihr benehmt euch hier nicht wie Gäste sondern wie Besetzer und so werdet ihr weiter in der Bevölkerung auf Widerstand stossen.
Ich bin Schweizerin, 3 Jahre auf Arbeitssuche und poche trotzdem nicht auf mein Recht auf Arbeit. Ich kann auch nicht in Euer Land illegal einreisen, eure Moschee besetzen und sagen: Ihr müsst mich jetzt aufnehmen! Einfach unverschämt!!!!
Liebe Liliane Jost
Ich habe Verständnis für Ihre Situation als Arbeitslose. Es ist eine Schande, dass unser Land Milliarden hat, um Banken zu retten, aber nicht bereit ist, sich um die Probleme der Arbeitslosen zu kümmern. Dennoch einige Erwiderungen:
Erstens: Die Sans-Papiers pochen nicht auf ein Recht, eine Arbeit zu finden, sondern auf ein Recht darauf, einen Job suchen zu dürfen.
Zweitens: Wenn Sie in den Iran, nach Kenya oder in ein anderes Herkunftsland der Sans-Papiers reisen möchten, bekommen Sie problemlos ein Visum. Ist es nicht ungerecht, dass das umgekehrt nicht der Fall ist?
Drittens: Die Kirche ist nach wie vor für alle offen, sie ist nicht “besetzt” in dem Sinn, dass die normalen kirchlichen Zeremonien nicht mehr stattfinden könnten. Kommen Sie doch mal vorbei!