Soli-Konzert – Bleiberecht und Bildung für Alle!

Mittwoch 10. Februar, 22 Uhr
Stall 6, Theaterhaus Gessnerallee

Mr Soul, Fai Baba
DJs Rockmaster K, Kay-Zee

solikonzert_10feb2010_flyer

Mr Soul spielen mit furiosem Spaghetti-Disco-Punk zum Soli-Konzert auf. Fai Babas Folk greift nach den Sternen und in die Herzen. Dazu verabreichen Rockmaster K und Kay-Zee ausgesuchtes Vinyl. Der Verein Bildung für Alle freut sich über diese grossartige Unterstützung! Seid herzlich eingeladen und bezahlt statt Eintritt Kollekte nach Gusto!
Die Räumungen der Autonomen Schule Zürich und des Pavillons von Unsere Uni haben Lücken in die alternative, nicht-kommerzielle Bildungskultur geschlagen. Was tun? Provisorisch konnte der Verein Bildung für Alle im Theaterhaus Gessnerallee seine kostenlosen Deutschkurse für MigrantInnen anbieten. Nun werden Beistand und dauerhafte Lösungen gesucht: Das Soli-Konzert bildet den Auftakt zu weiteren Aktionen und neuen Räumen.

Für ein Bleiberecht aller in der Schweiz lebenden Menschen! Bildung für Alle!

Verein Bildung für Alle — Autonome Schule Zürich — Kollektiv Bleiberecht Zürich

www.alles-fuer-alle.jimdo.com — http://schuel.dot.ch — www.bleiberecht.ch
Internetpetition: www.ipetitions.com/petition/bildung-fuer-alle/

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Solidarität mit dem Verein “Bildung für Alle” und der Autonomen Schule Zürich (ASZ)

Am 7. Januar 2010 um 9:00 Uhr wurde im Rahmen einer polizeilichen „Bildungsoffensive“ das Schulhaus der Autonomen Schule Zürich (ASZ) an der Ringstrasse 57 in Zürich Unterstrass unangekündigt und gewaltsam geräumt. Auch dem Verein Bildung für Alle, der Deutschkurse für illegalisierte MigrantInnen (Sans-Papiers) und Asylsuchende anbietet, diente die ASZ als Dach.

Solidarisiere dich mit der ASZ und unterschreibe die Online-Petition!

Bildung für alle! Kein Deutschkurs ist illegal!

Beitrag von Schweiz aktuell zur Räumung:

Schweiz aktuell vom 07.01.2010

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Bleiberecht - der Film

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Das Flugblatt der Platzaktion

An der Platzaktion vom 19.12. verteilt Bleiberecht dieses Flugblatt:

flugblatt1912

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“Immer noch da, immer noch ausgegrenzt!”

bild1912

Flyer zum Herunterladen und Weiterverbreiten: flyer_platzaktion_091219_mail

Platzaktion zum Jahrestag der Kirchenbesetzung
Samstag 19. Dezember, 14 Uhr vor der Predigerkirche (Predigerplatz,  8001 Zürich)

“Bleiberecht für alle!” Mit dieser Forderung haben wir, das Bleiberecht-Kollektiv, vor einem Jahr während fast drei Wochen zuerst die Predigerkirche, dann die Kirche Offener St. Jakob besetzt. Seither haben kirchliche Kreise das Solidaritätsnetz Zürich gebildet. Vor allem aber hat sich “von unten” einiges bewegt. Auf Initiative einer  Gruppe von illegalisierten Flüchtlingen ist unter dem Dach der  Autonomen Schule Zürich (ASZ) ein selbstverwaltetes Bildungsprojekt  entstanden. Eine Schule als politische Aktion. Ein  Emanzipationsprojekt, das einer grossen Zahl von Flüchtlingen eine Möglichkeit bietet, ihr Leben zumindest teilweise selber zu bestimmen und zu gestalten.

Die “von oben” diktierte Migrationspolitik bleibt aber unverändert!

Immer noch…

… gibt es viele Flüchtlinge, die keine Aufenthaltbewilligung bekommen, aber auch nicht ausreisen können. Diese Menschen sind total  blockiert und werden vom Staat verwaltet.

… leben die abgewiesenen Asylsuchenden von 60 Franken Migros-Gutscheinen pro Woche. Sie dürfen nicht arbeiten und das Recht auf Bildung wird ihnen verweigert.

… werden im Rahmen der “Dynamisierung” Flüchtlinge mit  verwaltungstechnischer Kälte durch den Kanton getrieben, bis sie  ausreisen oder untertauchen. Jede Woche müssen sie ihre Unterkunft wechseln.

… werden Menschen monatelang eingesperrt aus dem einzigen Grund,  dass sie sich ihr Recht auf Bewegungsfreiheit genommen haben und in die Schweiz gekommen sind.

… werden Illegalisierte mit Gewalt ausgeschafft.

… erledigen hunderttausende MigrantInnen in der Schweiz unter unwürdigen Bedingungen Drecksarbeit für die “besseren” Kreise in der  Schweiz. Sie haben keine Rechte, denn sie haben keine Papiere.

Zeigen wir deshalb klipp und klar und öffentlich, dass wir diese Zustände nicht länger akzeptieren:

Sofortige Abschaffung des Nothilferegimes und Aufhebung des Arbeitsverbots für abgewiesene Asylsuchende!
Schluss mit den Ausschaffungen und der Ausschaffungshaft!
Kollektive Regularisierung aller illegalisierten Menschen in der Schweiz!

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Bildung für alle: Stellungnahme zur Uni-Besetzung

bfaEin Flyer mit dem folgenden Text wurde an der Bildungs-Demo vom 27.11. in Zürich verteilt.

Die Stellungnahme als pdf herunterladen

Der Verein Bildung für Alle engagiert sich für ein offenes Bildungssystem, das allen Menschen zugänglich sein soll. MigrantInnen und Flüchtlinge sind im Bildungssystem der Schweiz stark benachteiligt, wenn nicht faktisch ausgeschlossen. Das Wissen, die akademische Bildung und die Welterfahrungen der MigrantInnen werden in den offiziellen Bildungsinstitutionen auf rassistische Art und Weise ignoriert, abgelehnt, nicht anerkannt oder unsichtbar gemacht. Die Zulassungsbedingungen für ein Studium an der Universität sind für MigrantInnen mit nicht-europäischem Pass stark eingeschränkt: Einen Platz an der Universität zu bekommen ist für diese Menschen genauso schwierig wie ein Einreise-Visum in die Schweiz zu kriegen. Die Festung Europa markiert also auch die fast unüberwindbaren Grenzen des angeblich globalisierten Bildungsraums, der mit der Bologna-Reform errichtet  werden soll. In dieser Festung Europa sind durchaus ein paar “DienstbotInneneingänge” für illegalisierte, rechtlose MigrantInnen vorgesehen. Diese Menschen sollen jedoch Niedriglohnarbeit verrichten und nicht an den Unis studieren: Ausbeutung ja, Ausbildung nein - so lautet die Devise!

Für Flüchtlinge ist die Situation noch schlimmer, da Flüchtlinge in einem geschlossenen System eingesperrt sind. AsylbewerberInnen, deren Asylanträge abgelehnt worden sind, dürfen keinen Deutschkurs besuchen. Immer häufiger erfahren auch solche, die noch im Verfahren sind, dieses Schicksal. Die Richtlinien des Bundes und des Kantons verweisen die Flüchtlinge in die Desintegration. Erst nach der Anerkennung des Status durch die Zuteilung eines Ausweises (F oder B) ist die Integration in das Bildungssystem gewährleistet. Die Wartezeit zieht sich für viele Flüchtlinge über einige Jahre hinweg. Seit Frühling unterliegen sie wegen der Wirtschaftskrise wieder einem Arbeitsverbot. Sie müssen in Lagern wohnen und unentgeltlich in Beschäftigungsprogrammen arbeiten. In der Stadt Zürich stellen sie dort unter anderem Särge her…
Abgewiesene Asylbewerberinnen oder Flüchtlinge, deren Asylantrag nicht behandelt wird (NEE, sog. Nicht-Eintretens-Entschied), erleben eine extreme Diskriminierung: Die Dokumente werden ihnen durch den Staat entzogen, womit sie illegalisiert und strafbar gemacht werden. Wenn sie auf der Strasse in eine polizeiliche Kontrolle kommen, können sie bis achtzehn Monate ins Gefängnis eingesperrt werden. Sie dürfen nicht arbeiten, teilen mit sechs weiteren Personen zusammen ein nicht mal 20 Quadratmeter kleines Zimmer in einer Notunterkunft und leben mit 8.60 Franken pro Tag in Form von Migros-Gutscheinen.

Mit ihrer Asyl- und Migrationspolitik macht sich die Schweiz zum schrecklichsten Land Europas. Nicht umsonst wird das Land auch als das Herz der Finsternis Europas bezeichnet.
Die Schweiz rühmt sich für ihre angebliche Konsensfähigkeit und ihre direkte Demokratie. So wird die Verantwortung für die grausame Asylpolitik (die sich seit der Einführung der neuen Asylgesetze vor zwei Jahren nochmals massiv verschärft hat) dem “Volkswillen” zugeschoben. Genauso wird das rigide Sparprogramm für die Universität als demokratisches Vorgehen dargestellt. Doch wer regiert dieses Land? Hinter dem demokratischen Deckmäntelchen zeigen sich die wahren Kräfteverhältnisse: Sowohl in den Parlamenten wie im Universitätsrat dominieren die Interessen der Unternehmer grosser Konzerne - und sie setzen ihre Profitinteressen knallhart durch: durch Ausbeutung, Unterdrückung und Rassismus. Trotzdem ist dies nicht die einzige Realität in der Schweiz.

Der Verein Bildung für Alle ist aus dem Kampfwillen der Flüchtlinge entstanden. Nach der über zwei Wochen andauernden Besetzung der Predigerkirche im Dezember 2008 hat eine Gruppe von illegalisierten Flüchtlingen die Initiative ergriffen, eine eigene Schule zu bauen. Eine Schule als politische Aktion. Eine Schule, die ermöglichen soll, dass die Flüchtlinge ihre Anliegen in der Gesellschaft selber vertreten können. Eine Schule von unten, die in Konfrontation mit den ausgrenzenden Mechanismen der Macht wachsen will. Und eine Schule, bei der es eben nicht um Punktesammeln à la Bologna oder das Erreichen eines bestimmten (von Behörden und Bildungsbürokraten) vorgegebenen Niveaus geht, sondern um das Aufwerfen von Fragen, um das Problematisieren und die Entwicklung eines kritischen Bewusstseins. Denn Lernen kann doch nicht das “Fressen” fremden Wissens sein!  Lernen ist in unseren Augen die Wahrnehmung der eigenen Lebenssituation als Problem und die Lösung dieses Problems durch Reflexion und Aktion.

Diese Schule für Sans-Papiers ist möglich geworden, indem sie sich mit anderen Bewegungen vernetzt hat. Der Gedanke der Autonomie, der Selbstorganisation und der Selbstverwaltung ist in diesem Prozess ganz zentral. Die Schule der Flüchtlinge hat in der Autonomen Schule Zürich (ASZ) ein gemeinsames Dach gefunden. Die Autonome Schule als hierarchiefreie und selbstverwaltete Bildungsinitiative bietet nicht nur einen physischen Raum, sondern ist gleichzeitig ein Emanzipationsprojekt: Hier wird das Ziel der Flüchtlinge realisierbar, ihr Leben selber zu bestimmen und zu gestalten.

Aus dieser Erfahrung hat sich der Verein Bildung für Alle an der Unibesetzung der vergangenen zwei Wochen mitbeteiligt: Wir sehen, wie auch hier der Wille nach Selbstbestimmung zentral ist, wie hier die Autonomie aufblüht. Wir begrüssen und feiern den Kampf der Studierenden! Wir sind bei euch mit der Absicht, Räume für die Diskussion und für die Aktion zu schaffen.

Was ihr in dieser Besetzung geschafft habt, soll kein Einzelfall bleiben. Denn es zeigt den Weg der Selbstorganisation  von unten als Alternative gegen die herrschende Ordnung von oben. Die Angst soll nicht mehr unser Leben beherrschen. Wir verstehen Bildung als Subversion und nicht als Anpassung. Jede Autorität ist angreifbar - so soll das Prinzip der Bildung lauten!

Verein Bildung für alle: http://alles-fuer-alle.jimdo.com, email: alles@bildung.fuer.alle.ch
Autonome Schule Zürich: http://schuel.dot.ch, email: info@schuel.dot.ch
Bleiberecht-Kollektiv Zürich: http://www.bleiberecht.ch/

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Bildung für alle und Bleiberecht an der UZH

Veranstaltungen im besetzten Hörsaal KOH-B-10, Hauptgebäude der Universität Zürich, Freitag 20.11.2009

14:30 - 16:00 - Deutschkurs vom “Verein Bildung für Alle”

16:15 - 17:45 Alternative Politik-und Soziologieveranstaltung:  “Bleiberecht für Alle”
Podium und Film: Sans-Papiers und Unterstützende berichten über ihre Erfahrungen und die politischen Hintergründe.

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Knastspaziergang für Juan Jacobo am Sonntag 28.9.

(Version en español abajo / spanische Version unten)

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!! KNASTSPAZIERGANG FÜR JUAN JACOBO !!
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Das Migrationsamt sperrt seit mehr als einer Woche den minderjährigen Juan Jacobo Montana (17) ein. Er und seine Mutter lebten seit über 12 Jahren in der Schweiz. Nun droht ihm die Ausschaffung. Seine Mutter wurde schon am 20.09. unter widerrechtlichen Bedingungen Zwangs-ausgeschafft. Die Willkür und Ungerechtigkeit der hier praktizierten Asyl- und Migrationspolitik wollen wir nicht tatenlos hinnehmen. Wir leisten Widerstand und setzen mit einer lauten und kraftvollen Demo ein Zeichen der Solidarität und für ein Bleiberecht für ALLE.

!! KEIN MENSCH IST ILLEGAL !!

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Sonntag 27. Sept. ‘09 um 14:00 Uhr beim Central (Tramhaltestelle)
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CAMINATA A LA CARCEL POR JUAN JACOBO !!
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La Oficina de Migración mantiene encerrado desde hace más de una semana al menor de edad Juan Jacobo Montana (17) y sobre él recae la amenaza de la deportación. Su madre fue deportada el 10. 09 en condiciones irregulares. No podemos seguir aceptando la arbitrariedad y la injusticia de la política de asilo y migración. Nos oponemos y marchamos hacia la cárcel de deportación para gritar fuertemente:
!La deportación es tortura, la deportación es muerte, derecho de permanencia para tod@s aquí y ahora!

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Domingo 27 de sept. ‘09 a las 14:00 h en Central (Parada del Tram)
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Offener Brief aus Kolumbien

Bogotá, Kolumbien, 22. September 2009
Offener Brief
Mit Dankbarkeit an die Schweizer Bevölkerung

Seit 24 Stunden bin ich wieder im Land, in dem ich geboren wurde.
Gestern um 13 Uhr kam ich hier an, von der Schweizer Regierung
ausgeschafft nach 12 Jahren, in denen ich in diesem Land gelebt
habe. Einem Land, welches ich lieben gelernt habe, dessen Sprache ich
gelernt habe, in dessen Kultur ich mich eingelebt und der ich mich
angepasst habe, dem Land, in dem ich meinen Sohn seit dem Kindergarten
und bis Sekundarschulabschluss aufgezogen habe. Einem Land, in dem ich
mit Disziplin, Aufrichtigkeit und Fleiss gearbeitet habe, ohne je auf
die finanzielle Unterstützung von irgend jemandem angewiesen zu sein.
Ich kam in die Schweiz als Asylsuchende, denn in meinem Heimatland
herrscht Krieg, es ist ausgeblutet in den schweren und gewaltsamen
internen Konflikten. Mein Ehemann und seine Familie wurden Opfer von
politischer Verfolgung, welche rechtlich nicht geahndet wurde. Nachdem
unser Asylgesuch nach einem langen Prozess von Gesuchen und
Befragungen abgewiesen wurde war die Angst, in mein Heimatland Land
zurück zu kehren grösser als die Angst, ohne Aufenthaltsbewilligung in
der Schweiz weiter zu leben.
Am letzten Dienstag, dem 15. September 2009 wurde mein 17jähriger Sohn
Juan Jacobo verhaftet. Seither habe ich ihn nicht mehr gesehen. Am
Donnerstag 17. September 2009 wurde ich in unserer Wohnung verhaftet,
meine Ersparnisse wurden beschlagnahmt und ich wurde wie eine
Schwerverbrecherin in eine 4m2-Zelle gesperrt. Ich wurde ausgeschafft,
ohne dass meinem Wunsch, mit meinem Sohn in Kontakt treten zu können
stattgegeben wurde. Mir wurde mein Recht als Mutter, als Inhaberin der
elterlichen Sorge, als seine gesetzliche Vertreterin abgesprochen. Vor
allem aber wurde meinem Sohn das Recht verweigert, welches ihm gemäss
den Menschenrechten als Minderjähriger zustehen würde. Mein Sohn ist
noch immer inhaftiert .
Unsere Ehrlichkeit, unsere Arbeit, unsere Anpassungsleistungen waren
nicht ausreichend, um eine Aufenthaltsberechtigung in diesem Land zu
erhalten. Und dennoch haben wir die Art und Weise, wie wir jetzt
behandelt werden nicht verdient. Ich fordere die Schweizer
Gesellschaft, die Schweizer Regierung, dazu auf, darüber
nachzudenken, unter welchen Bedingungen und unter welchen Umständen
Migration stattfindet und über die Menschen, die Schutz suchen in
diesem fremden Land, weil ihr eigenes Land ihnen diesen nicht geben
kann ? nachzudenken, jenseits von Grenzlinien und Gesetzen.
Die Definition Illegale, eine solch unmenschliche Definition, dürfte
es gar nicht geben seit es Menschenrechte gibt. Die Schweiz verdient
etwas besseres.
Zum Schluss möchte ich der Schweizer Bevölkerung danken, den Menschen
und Organisationen, die uns unterstützt und sich für uns eingesetzt
haben, an erster Stelle der Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich SPAZ.
Euch allen bin ich enorm dankbar. Die Schweizer Behörden bitte ich
als Mutter inständig, mich schnellstmöglich wieder mit meinem Sohn
zusammen zu führen und seiner emotionalen und körperlichen Integrität
grösste Sorge zu tragen. Diese Erfahrungen sind für uns unglaublich
schmerzhaft.
Und meinem Sohn sollt ihr ausrichten, dass ich ihn liebe. Und dass wir
bald wieder beieinander sein werden. Und dass unsere Träume nicht
sterben werden.
Mil abrazos
María Dennis Díaz Montaño

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Pressemitteilung des Bleiberechts über die Ausschaffung von María Dennis Diaz (44) und die Inhaftierung ihres Sohnes Juan Jacobo Montana (17)

Illegale Ausschaffung der Mutter eines Minderjährigen

Am Sonntag 20. September 2009 um 18.00 Uhr wurde Maria Dennis Diaz (44), Kolumbianerin, wohnhaft in Zürich seit 1998, ausgeschafft. Die Ausschaffung fand drei Tage nach ihrer Verhaftung statt. Die Polizei tauchte am Donnerstag 17. 9. um etwa 5.30 Uhr in ihrer Wohnung auf und nahm sie mit zur Kaserne, wo ihr Sohn Juan Jacobo Montana (17) seit Dienstag 15. 9. in Haft war. Der Junge wollte zum Fussballspiel ins Stadion, als er von der Polizei verhaftet wurde. Er wurde unterdessen dem Haftrichter vorgeführt und befindet sich in Ausschaffungshaft.

Das Bleiberecht-Kollektiv betont, dass das Vorgehen der Behörden in diesem Fall nicht nur moralisch unhaltbar, sondern auch eindeutig illegal ist. So wurde u.a. Art. 44 des Asylgesetzes zur Einheit der Familie verletzt (Maria Dennis Diaz war einmal in einem Asylverfahren). Die Trennung von Mutter und minderjährigem Sohn ist nicht rechtlich. Ausserdem sollte nach Art. 64 des Ausländergesetzes bei einer formlosen Wegweisung eine Beschwerde innert drei Tagen möglich sein. Die Sans-Papiers Anlaufstelle hat am Samstag, den 19.9. per Fax an die zuständigen Behörden eine substantiierte juristische Eingabe gemacht. Darin wurde gefordert:

• eine beschwerdefähige Verfügung betreffend der formlosen Wegweisung gemäss Art. 64, Abs. 2 Aug
• die unverzügliche Aufhebung des Vollzugs der Wegweisung gemäss EMRK, Art. 8 und Art. 9, KRK
• die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung betreffend Vollzug der Wegweisung

Dass die Behörden die Ausschaffung nicht sistiert haben – im Wissen, dass die entsprechenden Ämter am Wochenende nicht arbeiten – kommt einer Ausserkraftsetzung des Beschwerderechts gleich. Eine Ausschaffung in drei Tagen an einem Sonntag ist ungesetzlich!

Am Freitagabend hat die Kantonspolizei dem Anwalt Peter Nideröst, der zu diesem eine Vollmacht von Juan Jacobo Dennis hatte und am Samstag auch Maria Dennis Diaz mandatiert wurde, mitgeteilt, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Am Sonntag hat die Kantonspolizei klare Informationen über Dennis und Juan Jacobo verweigert. Weder die ca. 70 Personen, die sich spontan vor der Kaserne versammelt haben, um gegen die Ausschaffung zu protestieren, noch die Sanspapiers Anlaufstelle Zürich wurden über die Situation von Dennis und ihrem Sohn informiert. Am gleichen Abend gegen 20 Uhr hat Dennis mit einem Aktivisten des Bleiberechts aus Frankfurt telefoniert. In einem kurzen Gespräch erzählte sie, sie sei in der Kaserne gewesen, als die Demonstration stattfand.

Während der Verhaftung in ihrer Wohnung, erzählte Dennis, habe die Polizei 1.100.- Fr. in bar beschlagnahmt. Später, während der Inhaftierung, habe die Polizei zusätzlich 7.500.- Fr. Ersparnis, die sie in der Bezirksparkasse Dielsdorf hatte, weggenommen. Im Flughafen hat Dennis 700.- bekommen. Der Rest dieses Geldes [wie viel?] soll die Verfahrungskosten decken. Dennis wohnt seit ca. zwölf Jahren nicht mehr in Kolumbien. Ihre Familienangehörigen leben weit entfernt von Bogotá, Zielstadt der Ausschaffung.

Die Zeit der Inhaftierung hat Dennis getrennt von ihrem Sohn verbracht. Bis zur letzten Minute wurde ihr jeglicher Kontakt zu ihrem Sohn verweigert. Juan Jacobo ist mit fünf Jahren in die Schweiz gekommen. Hier besuchte er erfolgreich neun Jahre die Volksschule, bis er eine Lehrstelle finden musste, was wegen seiner Papierlosigkeit unmöglich war. Mehr als drei Viertel seines Lebens hat Juan Jacobo in Zürich verbracht. Er ist hier gross geworden und Kolumbien ist für ihn ein fremdes Land. Heute Montagvormittag wurde Juan Jacobo dem Haftrichter vorgeführt und ist anschliessend inhaftiert worden. Seine Ausschaffung konnte nicht vollzogen werden, da er keinen Pass besitzt. Die Polizei bemüht sich, eine Geburtsurkunde von Juan Jacobo zu finden, um ihn so bald als möglich ausschaffen zu können. Obwohl Dennis sich kooperativ gezeigt und angeboten hat, das Dokument aus ihrer Wohnung zu holen, hat die Polizei ihren Vorschlag abgelehnt.

Die Ungerechtigkeit, die Willkür und der Mangel an Transparenz in diesem Fall zeigen erneut deutlich die Essenz der Migrations- und Asylpolitik der Schweiz und deren spezielle Anwendung im Kanton Zürich. Eine Politik, die gegen die europäische Menschenrechtskonvention und andere internationale Abkommen verstösst.

Die Bleiberechtskampagne setzt sich weiterhin ein für eine allgemeine Regularisierung von Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Ebenfalls rufen wir dazu auf, das Bewusstsein gegen die Ungerechtigkeit zu schärfen. Wir brauchen Zivilcourage, um diese Ungerechtigkeit zu stoppen.

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